Bürgerinitiative Grünheide

Tesla-Verkaufszahlen bleiben in Deutschland konstant volatil

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Nahezu euphorisch kündigte Tesla in den vergangen Wochen eine Steigerung der Produktion in der Grünheider Fabrik an. Ab Oktober sollen pro Woche 7500 Fahrzeuge produziert werden. Eine gestiegene Nachfrage wird als Begründung angeführt. In den Monaten März bis Juni gab es tatsächlich in Deutschland eine gestiegene Anzahl von Neuzulassungen. Dem folgte dann im Juli der Einbruch auf den geringsten Wert der Jahre 2024 bis 2026. Nur 299 Model Y wurden in Deutschland neu zugelassen.

Quelle: Kraftfahrtbundesamt

Hinzu kamen noch 56 Model 3 sowie je ein Model X und S. Diese Fahrzeuge werden allerdings nicht in Grünheide produziert. Von Seiten der Tesla-Sympathisanten gab es mehr oder weniger plausible Erklärungsversuche. Im August stieg die Zahl der Neuzulassungen wieder auf 1426 Fahrzeuge vom Typ Model Y. Das waren erneut deutlich weniger als zwei Jahre zuvor, wo 1957 Model Y neu zugelassen wurden.

Quelle: Kraftfahrtbundesamt

Die in der Grünheider Fabrik produzierten Fahrzeuge werden in über 30 Staaten geliefert. Selbst in Europa gibt es entgegengesetzte Trends. Einige Länder verzeichnen starke Zuwächse, in anderen Ländern brechen die Zahlen im gleichen Monat ein. Woher der Optimismus bei Tesla kommt, lässt
sich jedenfalls nicht mit den vorliegenden Verkaufszahlen belegen. Laut den Zahlen von ACEA (Association des Constructeurs Européens d’Automobiles – Lobbyverband europäischer Autohersteller) gab es im ersten Halbjahr 2026 in Europa reichlich 170000 Neuzulassungen von Fahrzeugen der Marke Tesla. Hier wird nicht nach verschiedenen Modellen aufgeschlüsselt. Die Importe, vor allem die Model 3 aus China, sind inbegriffen. Zwei Jahre zuvor waren es im gleichen
Zeitraum ca. 164500 Fahrzeuge. Im Jahr 2025 wirkten sich die politischen Aktivitäten von Elon Musk stark auf die Verkaufszahlen aus. Es gab im ersten Halbjahr nur etwas mehr als 110000
Neuzulassungen in Europa. Jedenfalls lassen auch die europaweiten Verkaufszahlen keinen deutlich gestiegenen Bedarf an Teslafahrzeugen erkennen.

Bekannt ist die Auslieferung von der Grünheider Fabrik nach Kanada, Israel und Taiwan. Das sind Mengen im fünfstelligen Bereich. Die Fabrik in Grünheide ist eine reine Produktionsstätte ohne eigene Vertriebskanäle. Man arbeitet als Auftragsfertiger für die europäische Konzernzentrale in Amsterdam. Von dort kommen die Bestellungen. Nur dort wird man eine Antwort finden, für wen die Fahrzeuge in Grünheide produziert werden sollen. Gibt es neue Märkte? Der Versuch in Indien Fuß zu fassen, ist bisher gescheitert.

In den Quartalsberichten nennt Tesla die Zahlen von produzierten und ausgelieferten Fahrzeugen. Dabei bleibt offen, ob die ausgelieferten Fahrzeuge an Endkunden oder nur an Zwischenhändler gehen. Es gibt keine Aufschlüsselung nach Märkten, sondern nur nach Modellen. Man teilt nicht mit, in
welcher Fabrik die Fahrzeuge produziert wurden. Es sei denn, nur eine Fabrik ist alleiniger Hersteller eines Modells. Auch bei den Verkaufszahlen bleibt Tesla intransparent; sie sind kaum nachvollziehbar.

Tesla hat seit März 2022 in Grünheide eine Genehmigung zur Produktion von 500.000 Fahrzeugen pro
Jahr. Auch viereinhalb Jahre später ist man davon deutlich entfernt. Die Ankündigung für eine Erweiterung zur Verdoppelung der Produktion auf eine Million Fahrzeuge im Jahr liegt inzwischen dreieinhalb Jahre zurück. Ende Oktober 2022 wurden dafür sinnloserweise nochmals über 70 Hektar
intakter Wald vernichtet.

Tesla ist nur Meister illusorischer Ankündigungen, die entweder überhaupt nicht oder erst Jahre später umgesetzt werden.