In den vergangenen Monaten hatte sich Elon Musk mit politischen Aussagen zurückgehalten. Umso bemerkenswerter ist sein Post auf X nach dem Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt: „Gut gemacht! Es lohnt sich jetzt wieder, in Deutschland zu investieren.“ Bereits Ende 2024 verbreitete er die Botschaft, dass nur noch
die AfD Deutschland retten kann. Im September 2025 rief er zum Sturz der britischen Regierung auf und er forderte die Abschaffung der Europäischen Union, weil sie eine Millionenstrafe gegen sein Unternehmen „X“ verhängt hatte. Im Februar 2026 machte er in einem Gespräch mit dem Grünheider Werksleiter André Thierig weitere Investitionen davon abhängig, dass die Liste der IG Metall nicht die Mehrheit im Betriebsrat erringt.
„Eine Person die gewerkschaftliche Mitbestimmung verhindert und rechtsextremisten zur Macht verhelfen will, muss boykottiert werden! Parteien, die zu Recht eine Brandmauer gegen die AfD ziehen, müssen konsequent auch jede Zusammenarbeit mit Elon Musk ablehnen“ sagt Manu Hoyer von der BI Grünheide.
Die Tesla Manufacturing Brandenburg SE in Grünheide hat im November 2022 einen Beherrschungsvertrag mit der Tesla Inc. von Elon Musk unterzeichnet und ist seitdem weisungsgebunden an die Entscheidungen des dortigen Vorstandes. Die Tesla Inc. ist alleiniger Gesellschafter der Tesla Manufacturing Brandenburg
SE. Die Bilanzen der Grünheider Fabrik fließen in den amerikanischen Mutterkonzern ein. Alles, was in Grünheide produziert wird, mehrt den Reichtum von Elon Musk.
Werksleiter Thierig hat sich nie von Elon Musks rechtsextremisbschen Äußerungen distanziert und während der Betriebsratswahl gemeinsam mit ihm gegen die IG Metall agiert.
Es war ein verhängnisvoller Fehler der politischen Entscheidungsträger in Brandenburg, Elon Musk einen Rechtspopolisten den roten Teppich auszurollen. Neben Umweltzerstörung und Gefährdung des Grundwassers steht nun auch ein gesellschaftspolitisches Fiasko.
Tesla hat für den Aufbau von Ladestationen für Elektroautos von der Europäischen Union Fördermittel von knapp 150 Millionen Euro kassiert. Für den Ausbau der Batterieproduktion in Grünheide wurden ebenfalls Fördermittel beantragt. Aus dem Fördertopf Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Regionalen
Wirtschaftsstruktur, kurz: GRW wurden 72 Millionen Euro bewilligt, wenn mindestens 480 Arbeitsplätze geschaffen werden.
„Weil die Teslafabrik in Grünheide in den Händen von dem Rechtspopulisten Elon Musk ist, darf es keine politische oder finanzielle Unterstützung von der Landesregierung geben.“ fordert Manu Hoyer von der BI Grünheide. Die Landesregierung muss sich die Frage stellen „geht es nur um Geld (angebliche
Steuereinnahmen für die Gemeinde die durch Steuerschlupflöcher nicht fließen) oder geht es auch um die Interessen der BürgerInnen und der Umwelt hier in Grünheide?“ Das ist bisher nicht zu erkennen.

